Montag, 25. Januar 2010

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"Als dann neues Pflichtfach empfiehlt die stellvertretende Linken-Landessprecherin Bärbel Beuermann die „Vermittlung einer altersgerechten demokratischen Werteordnung auf Grundlage der Menschenrechte und der Verfassung“. Ethikunterricht eben."





Ab Herbst 2010 soll es an den Schulen in NRW regulären islamischen Religionsunterricht geben."





"Die Dachverbände Zentralrat der Muslime in Deutschland und Islamrat hatten dagegen das Recht auf eine muslimische Glaubenserziehung an nordrhein-westfälischen Schulen juristisch erstreiten wollen. Einen solchen Religionsunterricht will die rot-grüne Landesregierung zwar langfristig auch; Voraussetzung sei aber, dass sich die Vertreter der muslimischen Gruppen zu einer Religions-gemeinschaft zusammenschließen, der ein solcher Unterricht anvertraut werden könne.





Bis dahin setzt Behler auf den Modellversuch deutschsprachige Islam-Unterweisung als "sinnvollen Zwischenschritt". Und da ist die Grundschule am Kölner Gereonswall ein Vorzeigeprojekt: Alle 48 muslimischen Schüler der Klassen eins bis drei nehmen an dem Unterricht teil, der parallel zum evangelischen und katholischen Religionsunterricht stattfindet. Jeder dritte Schüler der Einrichtung hat einen ausländischen Pass, in dem Wohnviertel leben viele Menschen türkischer Herkunft.
Die Schüler der dritten Klasse beanworten an diesem Freitag, was in ihren Augen Islam bedeutet. "An Gott glauben", antwortet Orhan. Andere werden ganz konkret: "Nicht treten, nicht petzen, nicht klauen, nichts Böses sagen." Und was ist Frieden? "Zusammen spielen. Sozialminister Harald Schartau, der seine Parteikollegin nach Köln begleitet, gefällt die Stunde so gut, dass er der türkischstämmigen Lehrerin Hawa Yaliniz zuraunt: "Ich melde mich bei Ihnen zum Unterricht an."
Nicht immer bleibt der Inhalt indes so allgemein. Vor allem die Arbeit mit dem Koran sei für sie "sehr, sehr wichtig", sagt Yaliniz. So würden etwa bei der Behandlung des Fastenmonats Ramadan Koran-Suren gelesen. Ein "Skandal" ist laut Schulleiter Tony Lhotak, dass es kein Lehrbuch gebe.
Insgesamt 24 Schulen nehmen derzeit NRW-weit an dem Modellversuch deutschsprachige Islam-Unterweisung teil - eine enttäuschende Zahl für Behler, die dieses Modell an Rhein und Ruhr gerne flächendeckend einführen würde. Dass bis dahin noch dicke Bretter zu bohren sind, erlebt sie in Köln ganz handfest: Überraschend taucht der türkische Generalkonsul Sertac Sönmezay in der Schule auf und legt gleich den Finger in die Wunde. Drei Viertel der 800.000 Türken in Nordrhein-Westfalen wünschten sich einen Religionsunterricht in türkischer, nicht in deutscher Sprache, sagt er und fordert, diese "Mehrheitsmeinung" müsse stärker berücksichtigt werden. (d112172/9.11.01)





"Die Grundschule Gereonswall ist bekannt für effektive Bildungs- und Integrationsarbeit, in der damaligen Schulklasse meiner Tochter lernten unter Leitung von Klassenlehrer und Schulleiter Tony Lhotak lediglich 5 deutsche Kinder, trotz eines hohen Anteils von Kindern aus bildungsfernen Schichten reichte das Wissen beispielsweise des Mathematik-Unterrichts bis weit in die fünfte Klasse des Gymnasiums hinein."










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