Samstag, 19. Dezember 2009

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Kölner Erklärung:
Zum Selbstverständnis der Universität




"Laut Burchardt überfordern Bachelor und Master durch ständige Prüfungen und Anwesenheitskontrollen und unterfordern, weil an den Hochschulen nicht mehr eine tiefere Reflexion von Wissen gefragt ist. Neu sind diese Kritikpunkte dabei nicht mehr.
Doch die zentrale Aussage der Erklärung ist deutlich radikaler als andere: Der Bologna-Prozess ist nicht zu retten. Sein Kernstück, die Bachelor- und Master-Studiengänge, müssten nicht optimiert, sondern ganz abgeschafft werden, fordert Burchardt. Bildung, findet er, lässt sich nicht modularisieren. Man könne vielmehr zu den alten Studiengängen mit Diplom und Magister zurückkehren, um sich an eine sachorientierte Umgestaltung der Studiengänge zu machen - diesmal mit Lehrenden und Studierenden. Der Bologna-Prozess habe dem Anspruch einer universalen Bildung ebenso den Garaus gemacht wie der zweckfreien Grundlagenforschung.





Will Burchardt zurück in den Elfenbeinturm, zu einem zweckfreien und anwendungsfernen Studium für eine kleine Elite? Unsinn, meint er. Das Gegenteil sei richtig: Die gesellschaftliche Relevanz von Themen lasse sich einfach nicht vorausplanen, so Burchardt. Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, wie wichtig uns heute die Islamwissenschaften sind? Die Uni müsse daher Raum bieten für "Zweckfreiheit".
Und die Studenten? "Die aktuellen gesellschaftlichen Probleme wie Klimakatastrophe und Armut", so Burchardt, "können nur gelöst werden, wenn wir Generalisten haben, die an jeder potenziellen Arbeitsstelle mit einem breiten Horizont Verantwortung übernehmen. Wenn wir das Studium auf Schmalspur zuschneiden, werden die jungen Leute am Arbeitsmarkt vorbei ausgebildet."








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