Donnerstag, 17. Dezember 2009

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"Meine Tante Anasuya, die eines meiner wichtigsten Vorbilder ist, hat die herkömmlich definierten Leistungen der Berufswelt auf später verschoben und sich darauf konzentriert, Kinder aufzuziehen. Jetzt sind ihre Kinder erwachsen. Nun konnte sie gleich für mehrere Monate nach Tibet reisen, um dort ihren Traum zu verwirklichen und endlich Ärztin für tibetische Medizin zu werden. Feminismus hat ihr ganz sicher den Weg dafür bereitet, ein Leben der Wahl-möglichkeiten zu führen und jetzt dieses ungewöhnliche Ziel anzustreben.




Ich wüsste jedoch nicht, dass Feminismus ihr ausdrücklich Raum dafür gegeben hat, das zu würdigen, was ich an ihr am meisten bewundere: ihre offene Tür. Sie nimmt immer wieder Studenten auf, die eine Unterkunft brauchen, oder gewährt alleinerziehenden Müttern Zuflucht, die wirtschaftlich in Not sind, oder stellt einfach noch einen Teller mehr für Teenager auf den Tisch, deren Eltern gerade mit ihren eigenen Problemen kämpfen. Mit der Art und Weise, wie sie das Leben anderer erweitert, ist ihr Leben für mich eine der erfolgreichsten „Karrieren“, die ich kenne – und sie führt dieses Leben, während sie Ruhe, Gelassenheit und Frieden ausstrahlt."









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