Mittwoch, 28. Oktober 2009

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Aus dem Newsletter Auditorium-Netzwerk:




Tenzin Palmo – Buddhismus mit großem Herzen und klarem Verstand. Das ist es, was Tenzin Palmo lehrt. Die gebürtige Engländerin erklärt die buddhistischen Lehren auf eine Art und Weise, die besticht durch erstaunliche Bodenständigkeit, ein tiefes Verstehen des mensch-lichen Denkens, Fühlens und Handelns sowie durch ihren Humor. Ihre enorme Klarheit und Ausstrahlung ziehen an und ihre Biografie macht gespannt. Wie lebt eine Europäerin mit nicht allzu guter körperlicher Konstitution 12 Jahre lang alleine in einer winzigen Höhle in 4.000 Meter Höhe? Was hat diese Frau gelernt, um dies zu meistern? Auch wenn wir andere Lebenspfade gehen – gibt es etwas, was sie uns zeigen kann – wie jede(r) von uns mit den eigenen „Höhlen-Erlebnissen“ besser umgehen kann? Sie sagt selbst, dass diese Höhlen-Jahre, Rückzugsjahre die glücklichsten waren und, dass sie sich am wohlsten fühlt im Schweigen und in der Meditation. Nur ihre Aufgabe – der Aufbau eines autarken Nonnenklosters in Nord-Indien – brachte sie dazu, auf Reisen zu gehen, Vorträge und Belehrungen zu halten, um Gelder zu sammeln. Tenzin Palmos Anliegen ist, es die eingefahrenen Strukturen des männlich dominierten tibetischen Buddhismus zu öffnen für eine spirituelle Gleichberechtigung. Sie steht darüber in regem Austausch mit dem Dalai Lama.





Vita: Tenzin Palmo wuchs in London auf und wurde in ihrer Jugend Buddhistin. 1964, im Alter von 20 Jahren, entschloss sie sich, nach Indien zu gehen und ihrem spirituellen Pfad zu folgen. Dort traf sie ihren Guru, Seine Eminenz den 8. Khamtrul Rinpoche, einen grossen spiritueller Meister. Sie wurde die erste Frau aus dem Westen, die als tibetisch buddhistische Nonne ordiniert wurde. Sie blieb 6 Jahre lang bei Khamtrul Rinpoche und seiner Gemeinde in Himachal Pradesh, Nordindien; dann schickte sie dieser in das Himalaya Tal Lahaul, um dort intensiver zu praktizieren. Tenzin Palmo blieb dort mehrere Jahre in einem kleinen Kloster und verblieb auch in den kalten Wintermonaten dort im Retreat. Dann suchte sie mehr Abgeschiedenheit und bessere Bedingungen zum Praktizieren und fand dies in einer nahen Höhle, wo sie nochmals 12 Jahre lang blieb, die letzten 3 Jahre in striktem Retreat. Sie verließ Indien 1988 und ging nach Italien, wo sie in verschiedenen Dharma Zentren lehrte.
Bevor S. E., der 8. Khamtrul Rinpoche 1980 verstarb, bat er Tenzin Palmo bei verschiedenen Gelegenheiten, ein Nonnenkloster aufzubauen. Sie verstand dessen Bedeutung und erinnert sich: "Als ich in einem kleinen Kloster in Lahaul war, erkannte ich für mich selbst, dass Nonnen, wie intelligent und hingebungsvoll sie auch sein mögen, keine Gelegenheit und keinen Zugang zu höheren Studien und Lehren hatten. Dies machte mich so traurig, weil den Mönchen alle Belehrungen gegeben und sie in Retreats geschickt wurden, während die Nonnen übersehen und wie Diener behandelt wurden." Im Februar 2008 wird Tenzin Palmo der Titel „Jetsunma“ verliehen, was "Erhabener Meister" bedeutet, vergeben von Seiner Heiligkeit, dem 12. Gyalwang Drukpa in Anerkennung ihrer spirituellen Leistungen als Nonne und ihrer Bemühungen, den Status der weiblichen Praktizierenden im Tibetischen Buddhismus voran-zubringen. Mehr Informationen unter: www.tenzinpalmo.com








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