Freitag, 16. Oktober 2009

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"Manche Gesellschaftstheoretiker sind überzeugt: Verbrechen sind dazu da, um eine Gesellschaft zu stabilisieren, durch ein komplexes Geflecht aus Strafe und Angst. Verbrechen können aber eine Gesellschaft auch destabilisieren. Genau diese Dialektik zeigt Haneke: Die Gesellschaft reagiert auf die Unfälle, Merkwürdigkeiten und Verbrechen zunächst solidarisch. Doch zunehmend wird sie durch sie innerlich ausgehöhlt. Haneke zeigt eine Gesellschaft, die sich ihrer eigenen Abgründe nicht stellen will, will sich die Ursachen der Vorgänge nicht bewusst machen, weil sie instinktiv spürt, dass diese in ihr selbst liegen. Diese Verdrängung verschärft die Spannung und gebiert neue Untaten."


Kommentar: "Leben bedeutet, als Täter wie Opfer anderen Schmerz zuzufügen und selber zu erleiden, die schmerzfreie Welt gibt es nicht. Wie gehen wir praktische mit diesem Faktum um?"








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