Dienstag, 8. September 2009

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Heute morgen wurde ich von Herrn Z. angerufen, man stehe vor dem Otto-Shop und sehe dort einen gut funktionierenden Qualitäts-Staubsauger. Ah ja. Und was sollte uns diese Meldung sagen? Vielleicht etwas tiefgehend Metaphysisches im Sinne von: Saug' mal wieder? Nun, ich kochte stattdessen Kaffee und schenkte dieser kleinen Episode keine weitere Aufmerksamkeit. Zwei Stunden später rief mich der Otto-Inkasso-Dienst an, der - mit Recht - eine Zahlung anmahnte für einen billigst produzierten, hässlichen BH ihrer Hausmarke Lascana, den ich wegen schöner Bildchen bestellt und dann als alte Schlampe vergessen hatte, innerhalb von 14 Tagen zurückzuschicken. Ich mache viele Fehler. Aber warum war mal wieder Kollege Zufall im Dienst? Der, der lügt, tarnt und triggert, sich so gerne lustig macht über andere? Kollege Zufall war wieder im Dienst und ich mal wieder außer mir vor Wut nicht nur über die zahlreichen, zur Schau getragenen Zufälle der letzten Jahre. So viele Fragen. Und noch mehr Lügen. Lügen. Lügen.





Dann kam der handfeste Teil. Auge um Auge - Zahn um Zahn. Ich dachte immer, das alttestamentarische Bibel-Zitat hätte eben nicht die Bedeutung einer bedingungslosen Rache. Ich wurde als durchgeknalltes Bambi beschimpft. Das Wort "Faschismus" würde ich missbrauchen und mich als Opfer darstellen. Man fahre mich jetzt zur Staatsanwaltschaft, dort könne ich dann ja erzählen. Ich gehöre zwangseingewiesen.
Wahrscheinlich rede und schreibe ich zuviel. Vor einiger Zeit wurde ich als unbrauchbar bezeichnet, da ich genau das tue, nämlich zuviel reden. Oder Bücher schreibe wie "Generation Blogger", das unter dem Motto stand: Just do it!
Viele machen den Mund auf. Viele schweigen. Ich schweige nicht im Gegensatz zu mancher geführten Frau mit etwas undemokratischer Sozialisation und ohne politologische Schulung an einer deutschen Universität. Oder der einen oder anderen willigen, und nicht immer billigen Kriegsnutte, die medial gehypt und versorgt wird mit Material, das man von mir erspitzelt hat. Ich habe schon immer zuviel geredet. Nicht nur über Antisemiten. Sondern auch in meinen Seminaren über die Methoden von autoritären Psychogruppen. Solchen Gruppen, die ein wenig geheim geführt werden und sich breit machen mit allen Mitteln. Auch in Deutschland. Gruppen mit Geschäftsinteressen, die immer interessiert sind an einer guten Idee.
Nun, natürlich bin selbst schuld, wenn ich mich auf solche Felder wage. Ich, die durchgeknallte Co-Autorin des ersten deutsch-sprachigen Buch über Blogs. Ich, die zwangseingewiesen gehört. Und die natürlich jetzt genau in diesem Moment unbedingt den psychologischen Newsletter im E-mail-Account braucht mit dem Büchertipp: Frank Farrelly, Einführung in die provokative Therapie.
Von den Teilnehmern meiner Seminare bin ich einiges gewohnt. Ganz so schnell lasse ich mich nicht aus der Ruhe bringen, selbst wenn draußen vor dem Fenster die Übungsgranaten Musik machen und drinnen im Raum die martialisch anmutenden Mannen in Kampfmontur auf ihren Stühlen mit der Argumentation im Seminar das eine oder andere Probleme haben. Nein, so leicht bringt man(n) mich - meistens - nicht aus der Ruhe. Mich, eine Rothaarige mit Dickschädel und geerbter großer Nase. Nach den Erlebnissen der letzten Jahre allerdings ist meine Haut dünner geworden. Und so wurde es hier heute leicht handgreiflich und sehr laut. Gut, wer will schon gerne wissen, dass er nicht nur ein gehirngewaschener Mitläufer ist. Unverschämt, diese Behauptungen. Null Beweise. Nichts. Ein Faschist? Niemals würde man assistieren bei so etwas Infamem wie Judenmord. Diese Vergleiche von mir seien unfaßbar. Ja, so ist es wohl. Verrückt sind immer die anderen. Oder selbst schuld. Oder haben Fehler gemacht.
Ich habe zahlreiche Fehler gemacht in meinem Leben. Manchmal auch die falschen Worte gewählt vor lauter Wut. Ich will weiterhin wissen: Wer ist verantwortlich für dieses Schmierentheater? Und weshalb er ganz plötzlich in meiner Schminktasche nach Wanzen suchte, weiß ich auch nicht.





Es gibt viele Wege, HelferIn eines totalitären Systems zu werden. Ein totalitäres System entwickelt sich in vielen kleinen Schritten und baut auf vielen willigen HelferInnen auf, die Schritt für Schritt Teil dieses Unrechts werden, wie wieder einmal vor Augen geführt wurde durch die gestrige Dokumentation zur Rolle der Wehrmacht. Natürlich will keiner HelferIn gewesen sein. Erst recht nicht in einem faschistischen Vernichtungssystem. Heute haben wir natürlich keinerlei Ansätze zum Totalitarismus. Heute dienen alle der Demokratie. Und alle, die dagegen etwas sagen, gar Mittel und Methoden des immer größer werdenden Unrechts beschreiben, sind verrückt. Selber schuld. Und gehören bewacht. Interessant, dass laut Fernsehdokumentation die Herren vor den furchtbaren Bildern schweigen, beim Thema "Bekämpfung von Partisanen" aber sofort wieder wach werden. Juden störten das System. Waren Vaterlandsvernichter. Das hatte man den Herren in ihren Kursen schließlich so gesagt. Und die willigen Herren waren danach gemeinsam zur Tat geschritten. Aber das war damals. So etwas passiert nie wieder. Heute sieht keiner alarmierende Zeichen der Anfänge eines wirtschaftsfaschistischen Systems. Der Kleinbürger übt sich natürlich nicht im Überwachen gegen alle, die anders denken als er.






Die Fronten in diesem bitterernsten Spiel sind mir immer noch nicht ganz klar. Es ist mir nicht klar, wer da nun gerade bei wem die automatischen Ohren offen hat. Es ist schwierig, weil mit Absicht sehr unübersichtlich. Und natürlich werden möglichst keine juristisch verwertbaren Beweise produziert. Einst Gesagtes geleugnet.
Die Zahlung des immer noch ausstehenden Honorars für erspitzelte Ideen und Inspirationen seit unserer Veröffentlichung von "Generation Blogger" wurde wieder einmal höhnisch verlacht, und ein weiteres "Chiffre: Morgaine in Blogland" wird neue Episoden auf die Bühne bringen können, vor allem, was die Versuche betrifft, nicht führungswillige BloggerInnnen mit fast allen Mitteln zum Schweigen zu bringen. Herr.liche Zeiten! So glauben es zumindest manche. Zeiten voller Zufälle. Zeiten, in denen manche Menschen mit Tieren im Zoo verwechselt werden. Gestern abend in der Kneipe waren ein paar Herren an der Theke in der Ehrenfelder Stammkneipe anwesend, die den kurz vorher im Gespräch angekündigten Besuch offenbar im gemeinsamen kollektiven Bewusstseinsfeld hatten, ließen sie es sich doch nicht nehmen, das Wort "Netcologne" und "Götz" mindestens 10 Mal so laut fallenzulassen, bis auch mir endlich wieder deutlich war, was wir vorher besprochen hatten. Leider hatte ich das Foto-Handy nicht dabei, denn soviel männlicher Mut muß schließlich mit einem Bild belohnt werden.









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