Sonntag, 20. September 2009

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Das meinte ich nicht mit Missbrauch von Religion, Esoterik und Psychologie. Timothy Leary in diesem Artikel zu nennen, ist eine hübsche kleine Kriegsstrategie, die allerdings nicht ganz so klug gewählt wurde, denn der eine oder die andere LeserIn erkennt die Absicht und ist verstimmt! Die Vorfahren und Nachfolger der Operativen Psycho-logie in aller Herren Länder haben doch auch reichlich Material angesammelt. Wieso denn da keine Namen? Zitat:





"Seit Mitte der 60er-Jahre habe es immer wieder am Rande der Psychotherapie Experimente mit Drogen gegeben, der bekannteste Vertreter war der Amerikaner Timothy Leary. Diese Methoden seien aber heute „überhaupt nicht mehr anerkannt“; sagte Heinz. Es gebe jedoch immer noch Leute, die „herumexperimentieren“."





Timothy Leary war Harvard-Professor, der zum Beispiel mit Gefangenen Experimente machte und dabei bewies, dass Re-sozialisierung mit professionellen Methoden und einer gehörigen Portion Menschenfreundlichkeit selbstverständlich möglich ist. Nicht nur das machte ihn nicht beliebt und Nixon ließ ihn schließlich wegen einem! Joint in den Knast werfen. Mr. President sorgte dafür, dass Leary ein Image als Drogenpapst verpasst bekam. Timothy Leary wurde später aus dem Knast befreit und seine Geschichte ging noch ein bisschen weiter. Hier der Nachruf auf ihn von Werner Piper, Verlag Grüne Kraft, mit einer kurzen Lebensbeschreibung. Bei Leary las ich zum ersten Mal, dass seine zweite Frau so gut zu ihm passte, dass er dachte, sie sei auf ihn angesetzt. Und dann ist da noch die Erinnerung an einen Text, der von einem Teilnehmer einer Session handelte, welcher als einziger später ohnmächtig wurde, weil er sich offenbar die Birne vollkommen zugedröhnt hatte. Man lieferte den Bewusstlosen dann im Krankenhaus ab mit einer Adresse, die in seiner Hemdtasche gefunden wurde. Welcher Dienst das nun war, daran erinnere ich mich nicht mehr.






Zitat: "Den so oft fälschlich als 'Drogenpapst' Titulierten hatten in den 70er und 80er Jahren Fragen nach Drogen eher genervt. Von sporadischen Experimenten abgesehen, begnügte er sich weitgehend mit Zigaretten und Weißwein. Seinem Ruf als 'psychedelischer Guru' wurde er jahrzehntelang wirklich nicht gerecht. In den letzten Monaten seines Lebens steigerte sich sein Drogenkonsum jedoch in jene Sphären, die man ihm immer unterstellt hatte. Vielleicht sogar noch mehr. Plötzlich nahmen Drogen und auch das Gerede darüber einen sehr prominenten Teil seines Tagesablaufes ein. Freunde waren über die Radikalität dieses Wechsels sehr verblüfft. Sie fragen sich noch heute, ob es die ungeheuren Schmerzen waren, die Tim zu seinem ins Uferlose ausweitenden Drogenkonsum trieben, oder die Angst vor dem Tod oder die Präsenz der vielen jungen Menschen, die sich um ihn scharten, oder alles zusammen."








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