Dienstag, 25. August 2009

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"Dieses Ehegesetz profitiert davon, dass die internationale Aufmerksamkeit seit Wochen durch die Präsidentenwahlen vom 20. August allein auf dieses Ereignis konzentriert war. Sonst wäre es der Regierung Karsai kaum gelungen, still und leise Maßnahmen zu dekretieren, die ohne jeden Zweifel das Zertifikat inhuman verdienen. Künftig nämlich soll es schiitischen Männern erlaubt sein, ihren Frauen Nahrung vorzuenthalten, wenn diese den sexuellen Forderungen ihrer Gatten nicht nachkommen. Schon in einer früheren Version war davon die Rede, woraufhin Präsident Karsai eine Revision versprochen hatte. Der endgültige Entwurf des Gesetzes garantiert darüber hinaus Vätern und Großvätern das exklusive Sorgerecht für ihre Kinder beziehungsweise Enkel und legt fest, dass Frauen nur mit Erlaubnis ihres Ehemannes arbeiten dürfen. „Auch ermöglicht es einem Vergewaltiger, der sein Opfer bei der Vergewaltigung verletzt hat, sich mit der Bezahlung von „Blutgeld“ von der Verfolgung freizukaufen“, heißt es bei der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch."










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