Montag, 31. August 2009

.







"Aber wenn es ihnen doch gelingt, warum sollten wir uns über sie beschweren und nicht über die Gesellschaft, die es zulässt, dass diese Männer es so weit bringen? Meine Mutter erzählte mir eine Geschichte, die ich nie vergessen werde: Mit 20 bekam sie eine Stelle als Sekretärin bei einem liberalen Parlamentsabgeordneten - und ich betone hierbei "liberal". Am Tag nach Mussolinis Machtergreifung sagte ihr Arbeitgeber: "Vielleicht gelingt es diesem Mann, in Italien für ein wenig Ordnung zu sorgen." In jener krisengeschüttelten Zeit war die Haltung dieses liberalen Parlamentariers sehr verbreitet.




Der Faschismus wurde nicht von Mussolini allein etabliert, sondern konnte sich ausbreiten durch die Nachgiebigkeit und Trägheit von Leuten wie dem Chef meiner Mutter. Deswegen hat es keinen Sinn, sich auf Berlusconi zu versteifen, der sozusagen lediglich seinen Geschäften nachgeht. Es ist die Mehrheit des italienischen Volkes, die es versäumt hat, Protest einzulegen gegen die Interessen-konflikte ihrer Politiker, gegen die Bürgerwehr-Patrouillen in den Straßen, gegen die Verabschiedung des Alfano-Gesetzes, das den vier obersten Repräsentanten des Staates während ihrer Amtszeit Immunität vor Strafverfolgung gewährt" (via nachdenkseiten)







.