Freitag, 24. Juli 2009

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Aus eigener Erfahrung möchte ich ebenfalls mehr SozialpädagogInnen im Kindergarten sehen. Eine Sozialpädagogin, eine ehemalige Klassenkameradin, der ich meine Verwunderung zum Ausdruck brachte, hatte meine eigene Tochter nach einem einfachen Test schlicht als begabt, und nicht etwa als gestört beurteilt, so wie das eine der Erzieherinnen tat, weil offenbar nicht nur meine Qualifikation, sondern auch meine Lebensform nicht ganz in ihre Vorstellungswelt passte. Meine Tochter fiel aufgrund der Erfahrungen im Kindergarten in eine Verweigerungshaltung, fing an, in Schwarz zu krakeln wie eine Zweijährige. Kinder, die das Wort "Warum?" benutzen, sind manchmal aber auch wirklich lästig, nicht wahr? "Warum prügeln die sich?" war eine unzulässige Reaktion. Laut Erzieherin. Zulässig wäre gewesen, sich an der Prügelei zu beteiligen. Deswegen hat man mich sorgenvoll in den Kindergarten zitiert. Nein, das ist kein Scherz.
Aber ehe ich zu sehr auf schlecht qualifizierte Erzieherinnen abziele: Auch eine Kinderärztin fand meine Lebensform immerhin so bemerkenswert, dass sie das mit spitzer Feder in der Datei notierte. Ebenso nutzte ein Arzt in der Orthopädischen Abteilung der Uni-Klinik Köln die Gelegenheit, mir zu sagen, ich solle mich nicht zu sehr um das Wohl meiner Tochter kümmern, statt mir einfach zu sagen, dass die Fortführung der orthopädischen Behandlung trotz einer "grenzwertigen" Hüfthaltung schlicht zu teuer sei. Ich wollte einfach die Spontanheilung von einem Termin zum nächsten innerhalb weniger Wochen nicht ganz glauben. Immer diese widerspenstigen Frauen mit Kind und Qualifikation.








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