Donnerstag, 23. Juli 2009

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Der Internet-Verhaltenskodex existiert in Form der Netiquette. Doch das Internet ist eben auch nur ein Spiegelbild der Gesellschaft. Es gibt moderierte Chats für Kinder wie beispielsweise die Cyberzwerge, die meine Tochter bereits in der Grundschule besuchte. Benimmregeln mit Sanktionen werden in diesem Chat sinnvoll von Moderatoren eingesetzt. Allerdings sind manche Kiddies und leider auch andere ganz besonders schlau. So konnte man damals "Anflüstern", und das bekamen die Moderatoren dann nicht mit. Das Anflüstern und Weglocken habe ich mit Interesse beobachtet.
Medienkompetenz alleine löst die Probleme nicht. Meine Tochter hatte damals ihre E-Mail-Adresse und den Zugang zu den Cyberzwergen Klassenkameraden zur Verfügung gestellt, die zum ersten Mal etwas im Internet ausprobieren wollten. Meine Tochter erhielt dann eine zeitliche Sperre. Der Grund: Das Mädchen und der Junge erkannten trotz meines Hinweises, dort würde aufgepasst, dass sich alle benehmen, die Dimension nicht und witterten endlich einmal die Freiheit, die sie zu Hause nicht kannten. Sie versuchten, einen Porno-Dialog zu führen, der der Wortwahl nach aus einem ziemlich frauenverachtenden Umfeld gekommen sein muß. Ich sah diesen Versuch am Bildschirm, nachdem die Sperre ausgesprochen wurde. Das Mädchen war das zweisprachig aufwachsende Kind aus dem sonnigen Süden, welches mich beim Wort "Priesterin" anschaute, als ob mir in diesem Moment zwei Hörner aus dem Kopf wachsen würden, der Junge kam aus einer bildungsfernen Schicht mit zu Hause häufig genutzter Satelliten-Schüssel.








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