Sonntag, 24. Mai 2009

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SPIEGEL ONLINE: Obwohl Sie wirklich viel leisten, stehen andere Frauen stärker im Rampenlicht, beispielsweise Michelle Obama oder Oprah Winfrey. Ist das nicht ungerecht?



Shiva: Das ist kein Problem für mich. Schließlich tötet Oprah Winfrey nicht unsere Bauern - sie hat nur eine Talkshow. Es wäre aber nett, wenn sie in ihrer Talkshow über die Selbstmorde von indischen Bauern in Verbindung mit Monsantos patentiertem Saatgut bringen würde.



SPIEGEL ONLINE: Ihr Kampf für eine andere Gesellschaftsordnung scheint aussichtslos - was treibt Sie trotzdem immer weiter an?



Shiva: Mein Herz treibt mich, mein Bewusstsein, mein Geist. Was ich tue, tue ich nicht aus irgendeinem unechten Grund, sondern weil es einfach zwingend notwendig ist. Und dann fließt automatisch die ganze Energie des Universums hinein. Außerdem binde ich meinen Widerstand an kreative Alternativen, die täglich umgesetzt werden können. Samen wachsen zu sehen und sagen zu können, wenn ich morgen nicht mehr da bin, wachsen sie trotzdem weiter - das ist befriedigend.



SPIEGEL ONLINE: Gibt es etwas, worauf Sie verzichten müssen, um sich mit diesem Einsatz für Ihre Vision zu engagieren?



Shiva: Ich bin von Beruf Physikerin und musste diese Leidenschaft opfern, um mein jetziges Leben zu führen.







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