Freitag, 15. Mai 2009

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Und wieder ein Zitat aus dem Newsletter Auditorium-Netzwerk. Werbung, weil es mir einfach so gut gefällt:





Die Kraft die aus der Krise kommt





Krise und Chance - diese beiden Begriffe werden im Chinesischen mit dem gleichen Schriftzeichen dargestellt. Dies gab mir schon Mitte der 80er zu denken, lange bevor ich zum ersten Mal eine richtige Krise im Leben hatte.
Diese Verknüpfung von Krise und Chance bedeutet, egal was geschieht, es werden sich immer neue Möglichkeiten auftun. Doch können wir diese Möglichkeiten erkennen und nutzen? Wir Menschen haben Veränderungen gar nicht so gerne, und solange es sich irgendwie vermeiden lässt, warum dann etwas verändern?
Es gibt den Satz, dass man erst richtig leiden muss um etwas zu verändern.
Lange stimmte ich dieser Sichtweise zu, bis mir Gunther Schmidt eine differenziertere Betrachtung anbot. Es stimmt zwar, das im Leiden der Wunsch nach Veränderung aktiviert wird, andererseits wird aber durch zu viel Leid die Fähigkeit verringert, anders und neu auf Umstände zu reagieren.
Denn, so weiß ich heute von dem Neurobiologen Gerald Hüther, ein hoher Stresspegel und die damit verbundene Ausschüttung von Stresshormonen verhindern das Funktionieren bestimmter Gehirnareale. Werden diese lahm gelegt, funktioniert die Reizübertragung nicht mehr. Der Wunsch Leid zu beenden wird mit zunehmendem Leidensdruck zwar immer größer, die Fähigkeiten jedoch nehmen ab.




Auch ich habe bereits, wie viele der zu übereifrigen Männer in ihren 40ern, die als Kinder nicht lernten in ihrem Körper zuhause zu sein, bereits einen Burnout/Zusammenbruch hinter mir. Pünktlich zu Beginn meines 6. Jahrsiebt (alle sieben Jahre erfolgt eine komplette Zellerneuerung unseres Körpers und jedes Jahrsiebt bringt neue Anforderungen mit sich) hat es mich mit 42 Jahren flachgelegt. Es kam vieles auf einmal zusammen und dann lag ich da. 6 Monate lang war ich zu nichts mehr in der Lage. Diese Zeit betrachtete ich damals als Zusammenbruch.
Heute nenne ich es Durchbruch. Zu einem meiner spirituellen Lehrer sagte ich einmal, wenn dieser Zusammenbruch nicht so schmerzhaft gewesen wäre, hätte ich es fast als Erleuchtungserlebnis bezeichnet. Denn der Einblick, den ich in meine psychische Struktur erhielt, war unglaublich. Mein Lehrer meinte nur: Woher weißt du denn, dass Erleuchtung nicht schmerzhaft ist?




Diesen Prozess, den ich oben beschrieben habe, dass mit zunehmendem Leid der Wunsch nach Veränderung immer größer wird, gleichzeitig jedoch die Fähigkeiten zu Handeln abnimmt, habe ich persönlich durchlebt. Ich konnte mir von außen zusehen wie ich zusammenbrach, wusste in jeder Minute was passierte, konnte es aber nicht verhindern.
Diesen Teufelskreis beschreibt Gerald Hüther auf dieser DVD.
Hüther, Gerald: Psychoneurologische Modelle Teil I-III komplett
Und dieser Kreis ist gefährlich, denn er verstärkt sich selbst und ist oftmals irgendwann nur noch mit Psychopharmaka zu unterbrechen. Doch, und das ist noch wesentlicher, die Chance die solch eine Krise in sich birgt, wird dann nicht genutzt.
Mein Krisenmuster wurde damals unterbrochen, als ich auf einmal Vater wurde. Es war, als ob mich der Blitz aus heiterem Himmelt traf. Es war ein Gegenschock zu dem Schockzustand, in dem ich mich befand. Ich erkannte es als Chance, die sich mir bot, und die ich nutzte.
24 Stunden nachdem ich wusste, ich werde Vater, wurde aus der Krise die Chance meines Lebens. Aus dem Single-Mann auf der Flucht vor Bindung wurde ein Vater. Heute habe ich 2 Kinder, bin verheiratet und denke: was hätte ich verpasst, wenn diese Krise nicht eingetreten wäre … "




Ende des Zitats. Literaturempfehlungen zum Thema im Newsletter. Nein, keine Sex-Ratgeber dabei. Diese Empfehlung gebe ich stattdessen.






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