Mittwoch, 15. April 2009

.






"Also diese Vorstellung hat natürlich mit dem manichäischen Weltbild, das bei vielen Linken vorherrscht, zu tun, nach dem wir die Guten sind, und alles Böse vom Kapitalismus, vom Staat, von den Herrschenden und so weiter kommt, was natürlich sehr leicht die Form auch von einer Entlastungsstrategie annehmen kann."



Motiv einer so verstandenen Entlastungsstrategie sei die Abwehr von Schuld, so der Publizist. Nicht trotz Auschwitz, sondern wegen Auschwitz würden Ressentiments gegen Juden mobilisiert.
Der Freiburger Historiker Thomas Haury hat diesen Mechanismus in der DDR nicht nur beim Thema Wiedergutmachung ausgemacht. Sichtbar wird er seiner Meinung nach vor allem in der Haltung der SED zu Israel. Es sei in der SED-Propaganda durchaus üblich gewesen, den Judenstaat mit Nazi-Deutschland zu vergleichen.



"Schon 1967 - Sechs-Tage-Krieg- titelt das 'Neue Deutschland': 'Das ist Völkermord' und sprach von der Nazi-Luftwaffe Israels. Und das zieht sich durch bis 1982, als bei dem Libanon-Krieg Israel des Völkermords an den Palästinensern und des Holocausts und so weiter beschuldigt wurde. Also so ein realitätsfremder Irrsinn, der ist natürlich nicht anders zu erklären als aus Bedürfnissen, deutsche Schuld zu minimieren, indem man den Opfern oder dem Staat der Opfer genauso üble Untaten zuschreibt."






.