Dienstag, 31. März 2009

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"Maxim Biller war im Jahre 1989 knapp dreißig Jahre alt, der Biochemiker Jens Reich, eine der wichtigsten Stimmen der Opposition in der DDR, gerade fünfzig geworden. Reich trat noch einmal neu an, auch als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, 1994 in der Nachfolgerin der Bonner Republik und der DDR."






„Du glaubst wohl, du bist was Besseres!“ Dieses protestantische, preußische, sozialistische Unterdrückungsmotto ist das neue, alte Leitmotiv der ganzdeutschen Pädagogen geworden. Wo kommt es her? Wieso haben „wir“ Westdeutschen es vor ’89 nie gehört? Und was für Erwachsene werden aus Kindern gemacht, die sich das ständig anhören müssen? Solche, denen man sagen kann, was sie tun sollen – und sie tun es.




Wieder okay werden



Als im Mai 1991 Jürgen Habermas in einem großen, klugen, traurigen „Zeit“-Essay den sechzig Millionen Westdeutschen zu erklären versuchte, warum sie wissen sollten, was mit ihnen passieren wird, wenn sie sich auf siebzehn Millionen Ostdeutsche und deren Ideen, Taten, Erinnerungen, Lebenstechniken einlassen, als er sie vor all dem warnte, was ich gerade zu beschreiben versuchte, wurde er ausgelacht und beschimpft. Inzwischen wird ein aufgeklärter Republikaner wie Habermas nicht einmal mehr gehasst, er ist so vergessen wie alle Jahrgänge des „Kursbuchs“, und die, deren Ikone er lange war, beten jetzt George, Heidegger, Jünger oder schon wieder Marx an.




Im Mai 1991 schrieb der verschwundene, wie von einer nationalbolschewistischen Todesschwadron entführte Habermas unter anderem: „Die politische Kultur besteht aus einem verletzbaren Geflecht von Mentalitäten und Überzeugungen, die nicht durch administrative Maßnahmen erzeugt oder auch nur gesteuert werden können.“ Und: „Das Selbstverständnis, das politische Selbstbewusstsein einer Nation von Staatsbürgern bildet sich nur im Medium öffentlicher Kommunikation.“ Er hatte vollkommen recht. (via)





"Die Aktionen rund um die Kinderporno-Sperrliste sind nicht die einzigen Indizien dafür, dass sich dieses unsere Land auf dem Weg in den Korporatismus befindet. Gemeint ist hier nicht, wie man mit Wikipedia vermuten kann, die Sozialpartnerschaft der 50er Jahre, sondern eine Ausprägung des italienischen Faschismus. Zu beobachten ist dies bei der deutschen Bahn".






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