Sonntag, 22. März 2009

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Kleines Gedächtnisprotokoll für mich selbst. Das neue Kleidungsstück bei meiner Änderungsschneiderin ist ein schicker grauer Mantel in Uniformstil, wie sie mir am Samstag stolz präsentierte. Grau ist überhaupt eine Farbe, die mir hier wiederholt begegnet. Weiss war es hier und dann grau. Wie ich vorige Woche erfuhr.
Ich erinnere mich an ein Erlebnis, das ich meiner Tochter und meiner Änderungsschneiderin erzählte. Wir hatten vor vielen Jahren zwei Gruppen bei der KAS eingeladen. Motto: Chemiestandort Bitterfeld trifft Chemie-Standort Leverkusen. Zielgruppe Gymnasiasten Klasse 12. Ich war damals als Assistentin tätig. Die als Seminarleiterin gebuchte Pädagogik-Professorin kündigte uns ein interessantes Experiment mit krassen Folgen an. Sie hatte bereits genügend Erfahrung damit gesammelt. Beide Teilnehmer-Gruppen wurden gefragt, ob sie bereit wären, am Samstagnachmittag unentgeltich das Rheinufer zu reinigen. Standort Ost verstand die Frage nicht, natürlich sei man bereit, und was das überhaupt für eine Frage sei. Standort West fragte, wieviel man denn damit verdiene und war nicht bereit, kostenlos zu helfen. Standort West war über die Naivität von Standort Ost sehr verwundert, Standort Ost wurde darüber zusehendes wütender und sprach von aufdiktierten Werten des Westens. Das Seminar wäre um ein Haar gescheitert.
Später habe ich als Seminarleiterin bei der KAS und anderen Stiftungen immer wieder die Ernsthaftigkeit und Bereitschaft zur Bildung der Mädchen aus den Neuen Bundesländern positiv erfahren. Leider im Gegensatz zu vielen Mädchen aus der alten Bundesrepublik.
Wie ich hier anhand eigener Erfahrungen beschreibe, ist das Gefälle gerade in Technik und Naturwissenschaften zwischen Mädchen und Jungen immer noch groß. Warum ist das so? Und war das der Preis für den Freikauf?






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