Dienstag, 24. Februar 2009

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"So erging es Fatma Ö. Sie ist jetzt zwölf und war froh, als sie die Grundschule endlich überstanden hatte und auf ein Gymnasium kam, an dem weniger Migranten lernen. In Fatmas Grundschule lag der Anteil der Migrantenkinder bei fast achtzig Prozent, die meisten kamen aus muslimischen Familien. Fatmas Mutter erzieht sie und ihren jüngeren Bruder allein. Auf dem Schulhof wurde sie von Mitschülern gehänselt, weil sie keinen Vater habe – eine Familie ohne Vater ist eine Schande, das darf es in türkischen Verhältnissen nicht geben. „Hurentochter“ hat man ihr nachgerufen, wenn sie es wagte, sich gegen Anfeindungen zu wehren. Arabische und türkische Jungs beschimpften sie als „Schweinefleischfresserin“, wenn sie nicht rechtzeitig ihr Salamibrot versteckte.



Bildungsverlierer als Herren der Straßen



Die größten Probleme aber bekam Fatma, weil sie nicht am Koranunterricht teilnahm, der zweimal in der Woche an der Schule erteilt wurde. „Natürlich ist es schwer, seine Kinder in so einem Umfeld zu erziehen“, sagt ihre Mutter Gül, die studiert hat und sich als säkulare Muslima bezeichnet."





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