Samstag, 28. Februar 2009

.






Es ist viel zu tun in diesen Zeiten der Wandlung. Wir müssen uns auch gemeinsam um sie kümmern. Uns kümmern um die Frauen und Männer, die diesen totalitären (Wirtschafts-)Organisationen dienten und dienen. Ich halte sie für psychisch krank, bedingt beispielsweise durch einen Mangel an eigenem Selbstwertgefühl. Durch den ausgeübten Terror wird das Opfer erniedrigt, der Täter hingegen erhöht sowohl sich selbst als auch den hinter ihm stehenden Apparat, dem er dient und als dessen Ausführender er nun sein Selbstwertgefühl erhält. Hannah Arendt hat diesen Charakter beschrieben ebenso wie Theodor Adorno. Der "manipulativ-autoritäre Charakter erscheint bei Adorno als gefährlichste Form autoritätsgebundener Subjektivierung. Als seine Repräsentanten gelten der Kritischen Theorie Nationalsozialisten wie Himmler, Höss oder Eichmann, aber auch Typen von Managern, Geschäftsleuten oder Technokraten. Bei ihnen besteht ein besonders stark ausgeprägter Hang zur Stereotypie.




Diese Menschen sind gekennzeichnet durch eine regelrechte Organisationswut und das Unvermögen, direkte menschliche Erfahrungen zu machen, sowie durch fast völligen Mangel an Emotionen. Manipulative zeichnen sich durch einen zwanghaften Überrealismus aus, "der alles und jeden als Objekt betrachtet, das gehandhabt, manipuliert und nach eigenen theoretischen und praktischen Schablonen erfasst werden muß."[70]




Der Inhalt ihres Handelns hat weitgehende Beliebigkeit, primär ist, das "etwas getan" wird. Dieser Charakterzug macht sie zu den idealen Bürokraten und Organisatoren, sie sind diejenigen, die Abschiebungen organisieren oder, wenn gefordert, Gaskammern bauen. Dabei besteht bei den Manipulativen nicht zwangsläufig ein Hass gegenüber dem Objekt, aber auch kein Mitleid. Schuld oder Gewissensbisse empfinden sie nur, wenn sie ihrer sozialen Funktion nicht gerecht werden."






.