Samstag, 7. Februar 2009

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So ein Schauspiel! Hier nur kurz noch ein paar Stichworte, die insbesondere die Korrespondenten großer Medien, welche selber Theologie studiert haben, selbstverständlich wissen. Dieses Wissen setze ich auch beim Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz voraus, der im Videomitschnitt mit seiner Aussage zum Weltbild der Piusbruderschaft offenbar das Gerücht bestätigen möchte, dass auch die Deutsche Bischofskonferenz seit längerem von den Freimaurern unterwandert ist. Zumindest hier auf meinem Bildschirm erklärt er auf die Frage nach dem Weltbild der Piusbruderschaft, sie werde von Frankreich aus regiert und wolle eine ständestaatliche Theokratie. Vielleicht verwechselt er die Piusbruderschaft mit dem Opus Dei?
Wenn man das Weltbild der Piusbruderschaft verstehen möchte, dann ist es ratsam, sich mit dem Leben und Wirken der drei letzten Pius-Päpste zu beschäftigen, denn die Piusbruderschaft benennt sich nach Papst Pius X und sieht sich in der Tradition der auf ihn folgenden Pius-Päpste. Pius X war ein Antimodernist, der den heraufkommenden Existenzialismus bekämpfte. Aber er war kein Antidemokrat.
Ein glühender Antifaschist war Pius XI. Wenn überhaupt jemand Mussolini die Stirn geboten hat, dann war es dieser Papst, Autor der Enzyklica "Mit brennender Sorge", deren Verlesung in Deutschland von den Nationalsozialisten verboten wurde.
Der umstrittenste Papst war Pius XII, der durch das Drama "Der Stellvertreter" in den 60er Jahren in die Kritik geriet. Das Material, das Hochhuth verwendete, wurde ihm selbstverständlich nicht vom KGB via Stasi geliefert.
Pius XII, der als Germanist von einer romantischen Deutsch-freundlichkeit geprägt und vielleicht auch deswegen nicht entschieden genug gegen die Nationalsozialisten auftrat, war auf der anderen Seite derjenige, der Tausenden italienischen Juden zur Flucht verhalf und deshalb kurz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs von jüdischen Organisationen als "Gerechter" geehrt wurde. Der damalige Oberrabbiner Roms, Israel Zolli, dessen Angehörige Pius XII ihr Leben verdanken, konvertierte nicht zuletzt aus einer Verehrung dieses Papstes heraus zum Katholizismus.





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