Donnerstag, 15. Januar 2009

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Es wird bunt!


Die Trennung in Sakrales und Profanes, in Kunst und - ja, was eigentlich - Alltag, in Herd, Haus, Innenraum einerseits und öffentlichem Machtraum andererseits ist eine Trennung der patriarchalen Gesellschaft mit all ihren Machtmitteln. Richtig bewusst geworden sind mir die Auswirkungen dieser Fragmentarisierung nach der Geburt meiner Tochter.
Seitdem ich versuche, diese Trennungen nicht mehr zu leben und mir Gedanken darüber mache, wie diese Einheit in Alltagshandeln umgesetzt werden kann, geht es mir besser.
Die Beginenhöfe des Mittelalters waren ein Beispiel für die nicht vorhandene Trennung von Leben, Kunst, Kunsthandwerk und Spiritualität von Frauen, kritisch beäugt und schließlich zerstört von der Kirche und einem patriarchalen Kapitalismus. Übrigens: Das Vermögen der verbrannten Frauen und wenigen Männer wurde wohl wem zugesprochen? Tja, so ein Scheiterhaufen war schon eine sehr lukrative Einnahmequelle, von dem Mann Paläste bauen und reichlich Gold kaufen konnte. Da freuten sich sehr die Kirche und die zufällig gerade neu entstehenden medizinischen Fakultäten mit reinem Männerzugang.
Blogs sind heute eine gute Möglichkeit, die Fragmentarisierung von Gesellschaft und Gemeinschaft wieder aufzuheben.
Zu einer inspirierenden Wechselwirkung von Kunst und Politik siehe unter anderem: Heide Göttner-Abendroth, Die tanzende Göttin. Prinzipien einer matriarchalen Ästhetik. The Dancing Goddess. Principles of a Matriarchal Aesthetic





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