Donnerstag, 15. Januar 2009

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Auch das habe ich in meiner jahrelangen Arbeit vor Ort zum Thema "Extremismus und autoritäre Psychogruppen" im Umgang mit Leuten gelernt, vor denen ich teilweise ausdrücklich gewarnt wurde: Ein klarer eigener Standpunkt und die Bereitschaft, den anderen als Erwachsenen ernst zu nehmen, wird wesentlich mehr akzeptiert als geheucheltes Verständnis, das aus mangelnder Empathiefähigkeit folgt, oder gar karitatives Erbarmen aus der Position des Stärkeren heraus. Der Versuch, indirekt Meinungen und Einstellungen zu manipulieren, sie damit zu ändern, aus der vermeintlichen Position der Stärke heraus bewirkt keine langanhaltenden Verhaltensänderungen. Ich kann dem anderen sagen, dass ich den Schmerz versuche zu verstehen. Aber ich mache jeden Erwachsenen verantwortlich für die Folgen seines Handelns. Das gilt erst recht für Zuträger und Teilnehmer Organisierter Krimininalität. Wenn man Kriminelle weiter wirken lässt, tanzen sie auf den toten Köpfen ihrer Opfer. So wie in Ausschwitz. Es kann sein, dass Rosa Luxemburg Kräuter züchten durfte. Das war, bevor man sie erschlug und in den Kanal warf. Es gibt einen Unterschied zwischen Erklären und Entschuldigen.





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