Samstag, 20. Dezember 2008

.




Leider wird seit gestern bei wolfsmutter.com über dem vorgestern von mir verlinkten Beitrag "Fruchtzwerge" ein Titel aus einem sehr kleinen österreichischen Verlag beworben, den ich beim Suchen auf wolfsmutter.com hier von meinem Rechner aus selber anklickte, dann aber entschied, ihn nicht zu speichern auf meiner Amazon-Wunschliste. Dieser Titel wird in einem anthroposophischen Umfeld beworben, "Schutzengel" und "Kuschelpuppen" "nach Waldorf Art" werden angeboten.
Ich benutze das eine oder andere Produkt aus einer anthroposophischen Firma und habe ein Jahr in einer anthroposophischen Buchhandlung gearbeitet, stehe aber der Waldorf-Pädagogik aufgrund der dort gesammelten Erfahrungen mit zahlreichen Eltern, Schülern und Lehrern kritisch gegenüber, was erst recht gilt für die dieser Pädagogik zugrundeliegende Lehre der Anthroposophie. Diese Kritik aus politikwissenschaftlicher Sicht hat nur bedingt damit zu tun, dass in der Buchhandlung Eltern erst einmal verschwiegen wurde, unter wessen Dach ihre Kinder da schlüpften. Oder damit, dass der ehemalige Innenminister Otto Schily anthroposophisch erzogen wurde. Oder Rudolf Steiner ein Mann war, der sein okkult geheimwissenschaftliches Sammelsurium aus dem Wissen vieler Frauen zusammentrug und grundlegende Ideen matrilinearer Gesellschaften als anthroposophisch ausgab.
Kein matriarchales Wissen ist die Wurzelrassenlehre und die Idee vom Juden als Prototyp des kalten Intellektuellen. Auch nicht die Hierarchie von Eingeweihten und Nichteingeweihten.
Es gibt Dinge, die erfährt jede und jeder nur ganz alleine. Wenn man will. Und Anregungen sucht. Oder schlicht durch Zufall findet. Informationen können anderen gegeben werden. Was ist zum Beispiel die aktuelle These zum Thema Synchronizität? Das Erfahren der eigenen Energien, das Erfahren eines geheimnisvollen Moments jedoch, manche sagen dazu spirituelle Erfahrungen, kann nicht von außen vermittelt werden. Die Rolle der spirituellen VermittlerInnen, die einen Status verleihen, dient nur dazu, eine hierarchisch und autoritär strukturierte Klassengesellschaft zu begründen.
Wenn ich lese oder zuhöre, dann merke ich manchmal, ob jemand nur über etwas spricht. Oder einen der vielen und für alle offenen Wege selber gegangen ist.




.