Montag, 17. November 2008

Tarnkappen und Tierschutz

Sie hat am Wochenende wieder gemeinsam mit ihrem Freund Pferdeboxen ausgemistet. Die Tiere stehen zum Teil knietief im Mist. Eine der Pferdebesitzerinnen hat zwar vier Autos, nein, vier Pferde in den Boxen, kommt jedoch nie vorbei. Die Jugendlichen kümmern sich so gut es geht um die Tiere, während die Hofbesitzerin die Verhältnisse geflissentlich übersieht. Der ganze Hof ist ein einziger Dreckstall, kein Tierarzt kommt, teilweise haben die Pferde zu wenig Futter bekommen, weil keines da war oder sich niemand gekümmert hat, Entzündungen an den Gelenken durch den Dreck treten regelmässig auf, einige der Tiere stehen tagelang ohne jede Bewegung in der Box.
Am Samstag hieß es, der Tierschutz kommt. Leider kam er nicht an diesem Tag.
Tierschutz ist notwendige Kontrolle, die auch mit Sanktionen arbeiten muß. Wie die Autorin dieses verlinkten Artikels von gestern abend sicher auch findet. Es besteht jedoch ein großer Unterschied zwischen der Tierschutz-Kontrolle und der Kontrolle und Überwachung von Menschen, die ein anderes Weltbild als dasjenige der TäterInnen haben, deren Weltbild die Zersetzung Andersdenkender begründet. Andersdenkende, die offenbar das falsche Buch mit dem falschen Inhalt geschrieben haben. Wer will schon BloggerInnen, die nicht als Kriegsnutten arbeiten und schreiben wollen?! BloggerInnen, die es nach den ersten Erfahrungen gewagt haben, diese in Form eines eher weniger fiktionalen Hörspiels zu verarbeiten. Wer will schon BloggerInnen, die weiter veröffentlichen werden?!
Leider legt sich die schuldabwehrende Einstellung der TäterInnen psychologisch erklärbar wie eine Schutzmauer um das eigene Gewissen. Wie ich gestern wieder einmal nicht nur am Telefon erfahren habe.