Freitag, 24. Oktober 2008

Sexuell-sadistische Gewalt

... von Männern an Kindern, Frauen, Tieren und anderen Männern, die in ihrer Gewalt sind, ist hinlänglich bekannt und offenbart sich alltäglich in immer neuen Berichten über Gräuel an Unschuldigen. Männliche Todesangst, angemaßte kompensatorische Pseudo-Macht, der Verlust von innerer lebendiger Weiblichkeit und damit verbunden ein eklatanter Mangel an männlicher Fähigkeit zum Mit-fühlen und Mit-leiden sind die tiefsten Gründe männlicher Gewalt. Diese Gewalt hat patriarchale Tradition: Schließlich waren Inbesitznahme, Bemächtigung und Vergewaltigung entscheidend für den Jahr-hunderte dauernden Umbruch von den Mutter- zu den Vaterkulturen, wie überlieferte Mythen deutlich berichten (vgl. hierzu Teil II "Die Angst vor der weiblichen Kraft").



Das alles aber kann nur deshalb geschehen, weil über die Hälfte der Weltbevölkerung, die Mehrheit der Frauen also, in ohnmächtiger und erlösungsbedürftiger Abhängigkeit vom Männlichen zu den Verbrechen der Männer schweigt und zudem das Männliche auch in seinen destruktiven Formen mit unermüdlicher Umsorgung, Wärme, Anteilnahme, Liebe, Mitgefühl, Bewunderung und Idealisierung beständig weiter nährt.
Aus infantiler Abhängigkeit, emotionaler Bedürftigkeit und Ohnmacht werden Frauen zu passiven Mittäterinnen, indem sie wegschauen und nicht wahrhaben wollen, was Tatsache ist.



Aus:
Gertrude R. Croissier, Psychotherapie im Raum der Göttin. Weibliches Bewusstsein und Heilung, Pomaska-Brand Verlag
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