Mittwoch, 3. September 2008

Stellvertreterkriege

Gibt es eigentlich Statistiken darüber, wie viele Kinder von jüdischen Holocaust-Überlebenden aus Hass auf ihre Eltern, die es vielleicht nicht besser konnten, nicht besser wußten, Eltern, die an ihren Kindern zu Tätern geworden sind, Kinder großzogen, die statt der berechtigten Wut auf ihre traumatisierten Eltern die Wut am Staat Israel ausagieren? Die berechtigte Wut von Kindern auf ihre Eltern, die sich andere Wege sucht, weil die Opfer nicht Täter sein dürfen? Und gibt es Statistiken darüber, wie viele Kinder den Staat Israel verwechseln mit Mama und Papa, die alles tun dürfen, weil es doch die lieben Eltern sind? Und ist dieses Problem der Ersatzeltern nicht vielleicht längst bekannt und werden diverse, mal mehr, mal weniger taugliche Lösungen ausprobiert, von denen wir hier eventuell den klammheimlichen Boxring und das Trauma-Trainingslager für die Holocaust-Kinder der zweiten und dritten Generation erleben dürfen? Und ist das nur der Ring für die Reinen oder auch der Ring für die Mischlinge? Für pikante Mischungen wie SS und Holocaust beispielsweise? Dürfen die auch schon schlagen oder müssen die noch kuschen, wenn sie schon nicht kuscheln können in der Familie? Da ergeben sich Fragen über Fragen. Solche wie: Wen schlagt ihr da eigentlich? Und in welcher Generation werden wir endlich alle einen neuen Anfang wagen?