Donnerstag, 4. September 2008

Fragen für das Manuskript

Warum sprach sie von Hannover? Gibt es irgendwo ein Nest in der Ukraine, aus dem Kuckuckskinder fallen, die dann Unterschlupf in Köln-Ehrenfeld als Mitbewohner und Nachbarn finden? Mitbewohner, die schon schon mal Ernst Jünger lesen, während der Herr im Haus in höchst ambivalenter Manier versucht, sich einerseits von diesem Habitus zu distanzieren und andererseits heimliche Zustimmung und Hasenwerbung signalisiert? Besitzt er, dessen Autoren-Dasein ich etwas ironisch in "Generation Blogger" erwähnte, detaillierte Informationen? Wie kommt es, dass er mir auf die Frage nach handschriftlichen Notizen für das Manuskript Wörter aus einer Textstelle in dem Buch zitiert, das ich gerade lese? Einer Textstelle, in der es darum geht, dass als Kinder traumatisierte Erwachsene stundenlang auf der Couch liegen? Einer Textstelle, in der von Erschöpfung als Folge eines Traumas die Rede ist? Wie kommt es, dass hier die eigene Wahrnehmung den Blickwinkel des Täters ausklammern will? Eines Täters, der zugleich auch Opfer ist. Eines Täters, dessen professionell inszenierte blaue Ambivalenz nicht nur sich selbst in Ehrenfeld, sondern auch anderen Schaden zugefügt hat? Das sind Fragen über Fragen, die sicher auch nach meinem Geburtstag noch eine Rolle spielen werden. Schade übrigens, dass ausgerechnet an diesem Tag der Anti-Islamisierungs-Kongress hier in Köln stattfinden wird.