Sonntag, 14. September 2008

Aziz Al-Azmeh

In jedem Fall scheint das Definieren einer historischen Person als ein Wunder den gesunden Menschenverstand zu vernebeln. Am ausgeprägtesten ist solch eine Mystifizierung heutzutage wohl im Falle Mohammeds, und zwar sowohl durch seine Anhänger als auch durch seine Verleumder. Die einen sind freudig verzückt, während die anderen dem Propheten weder die Vorteile der wohlwollenden Anwandlungen von Toleranz zuteil werden lassen, die sich das westliche Christentum in den letzten zwei Jahrhunderten abgerungen hat, noch die des sentimentalen und politisch korrekten Philo-Semitismus, der (besonders in Deutschland) auf den zweiten Weltkrieg folgte.

Das Thema "Mohammed und den Frauen" ist ein zentraler Punkt der Anti-Mohammed-Polemik und besonders typisch für die Islamophobie, die seit dem Mittelalter immer wieder die gleichen Geschichten voller grausamer Details wiederholt.