Montag, 21. Juli 2008

Nazi-Arzt Aribert Heim

Heim diente zwischen Juli und November 1941 im Konzentrations-lager Mauthausen, wo er Häftlinge mit brutalsten Methoden quälte. Berüchtigt war er unter anderem dafür, seinen Opfern Giftspritzen direkt ins Herz zu injizieren. Außerdem führte er Operationen an Häftlingen ohne Betäubung durch. Zeitzeugen erinnern sich an ihn als "Schlächter von Mauthausen" oder "Dr. Tod". Oft wird Heim in einem Atemzug mit Josef Mengele genannt, der in Auschwitz medizinische Experimente von unvorstellbarer Grausamkeit an KZ-Insassen vornahm.


Ein ganz normales, bürgerliches Leben


Obwohl sowohl sein Vorgesetzter im KZ als auch der Lagerapotheker im Mauthausen-Prozess 1947 verurteilt und hingerichtet wurden, kam Heim ungeschoren davon - ungeachtet zahlreicher Zeugenaussagen und Protokolle über seine Folter-Operationen. Immer wieder wurde deshalb spekuliert, Heim habe seine Dienste - in welcher Form auch immer - den Amerikanern angeboten. Infolgedessen, so die These, seien seine Akten manipuliert worden. In Heims Unterlagen im Berliner Document Center, das NS-Personalakten bewahrt, taucht sein Einsatz in Mauthausen jedenfalls nicht auf, wie Recherchen des SPIEGEL im Jahr 2005 ergaben.


Bis 1962 lebte Heim vollkommen unbehelligt in der Bundesrepublik. Nach der Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft 1947 arbeitete er zunächst in einer Saline bei Heilbronn und kehrte 1949 endgültig in sein bürgerliches Leben zurück. Nach einem Zwischenspiel als Assistenzarzt am Bürgerhospital im hessischen Friedberg eröffnete Heim Anfang der fünfziger Jahre eine Frauenarztpraxis in Baden-Baden.


(via redblog)