Freitag, 30. Mai 2008

Lustig ist das Verlagsleben

'Allerdings musste Lunkewitz schon bald nach dem Kauf feststellen, dass der Verlag offenkundig nicht aus dem Vermögen der SED stammte, über das die Treuhand das gesetzliche Verfügungsrecht hatte. Aufbau war Besitz des Kulturbundes der DDR, einer zwar nicht politisch, aber rechtlich unabhängigen Massenorganisation, die auch nach der Wiedervereinigung weiterexistierte. Die Treuhand hatte also an die Beteiligungsgesellschaft von Lunkewitz etwas verkauft, was ihr juristisch gar nicht gehörte – sie war, zugespitzt formuliert, zur Hehlerin geworden.

Lunkewitz ist nicht der Mann, der so etwas klaglos mit sich machen ließe. Er erwarb den Aufbau Verlag 1995 vom Kulturbund als Privatmann ein zweites Mal – und konnte sich erst jetzt sicher als dessen Eigentümer betrachten. Verständlicherweise forderte er daraufhin von der Treuhand, das erste Geschäft rückgängig zu machen. Doch die weigerte sich, obwohl die Beweislage recht eindeutig war und – wie Lunkewitz in persönlichen Gesprächen gern berichtet – führende Vertreter der Treuhand sich sehr wohl darüber im Klaren zu sein schienen, dass ihnen hier ein Fehler unterlaufen war: „Wenn Sie gegen uns klagen wollen“, zitiert sie Lunkewitz, „müssen sie einen langen Atem haben.“'


Die Frankfurter Rundschau titelt dazu: Schafft ein, zwei Aufbau-Verlage!