Sonntag, 20. April 2008

Oh! Wie überraschend!

Bush kaufte TV-Militärexperten

"Zahlungen - und ein Appell ans Pflichtgefühl: Die US-Regierung hat laut "New York Times" Militärexperten führender US-Fernsehsender massiv beeinflusst. So wurde die Berichterstattung über Themen wie den Irakkrieg oder das Gefangenenlager Guantanamo im Sinne des Weißen Hauses gesteuert."


Am 26. September 2005 veröffentlichte ich im alten Blog "Morgaine And The Machine" einen Beitrag über "This Revolution". Hat irgendjemand eine Rezension über diesen Film in deutschen Medien gelesen oder ihn im Kino gesehen? Hier eine englische Rezension: The Other Redford At Sundance. Und ein Zitat aus einer der deutschen Rezensionen, die ich dann doch bei filmkritiken.org fand: (Link leider nicht mehr aktuell)


"Eine völlig anders geartete Herangehensweise wählt This Revolution. Dem narrativen Film, der sich jedoch über weite Strecken einer Ästhetik des Dokumentarischen bedient, geht es offensichtlich um eine harsche Kritik an der Regierungshörigkeit vieler amerikanischer Medien (darin ist er der auf dem letztjährigen Filmfest gezeigten Dokumentation Control Room nicht unähnlich). Ums Schauspielen jedenfalls geht es nicht, insbesondere dem Hauptdarsteller merkt man doch sehr stark die Erstlingsrolle an. Das macht aber nicht viel, denn fehlendes Talent als Schauspieler wird hier durch sympathischen Enthusiasmus wettgemacht, und viele der Aufnahmen sind ohnehin während der New Yorker Proteste gegen George W. Bush im Umfeld der republikanischen Nationalversammlung entstanden - und wirken auch ganz im Stile eines cinema verite.


Jake Cassavetes, der Mann, von dem hier erzählt wird, ist Kriegsberichterstatter, und gerade aus dem Irak heimgekehrt. Dort war er "embedded journalist" - jetzt soll er von den Protesten berichten, die seine Vorgesetzten offensichtlich als Krieg an der Heimatfront betrachten. Immer unzufriedener wird er, und als er zu Recherchezwecken mit einer radikalen Gruppierung in Kontakt tritt, beginnt er immer mehr, das Weltbild seiner Arbeitgeber zu hinterfragen.







Der Filmemacher Stephen Marshall ist einer der Begründer des "underground news service" GNN, und ähnlich polemisch und deutlich wie die Worte, die auf seiner Website immer wieder geschrieben werden, sind die Bilder, die er für den "War on Terror" findet, der von Amerika – auch gegen die eigene Bevölkerung – gekämpft wird. Die nervös-hektischen Bilder der Handkameras in dem Mengen der Protestanten scheinen die Schläge sowohl der Polizisten als auch der radikalen Aktivisten spürbar werden zu lassen, und die Enttäuschung, die der Protagonist in Bezug auf seinen Arbeitgeber - ein fiktives Fernsehstudio - erfährt, ist sicherlich auch die Enttäuschung des Regisseurs über die traditionellen Wege der Berichterstattung. Ein wütendes Stück Kino hat er mit This Revolution gedreht, ein Stück Utopie sicher auch mit einem optimistisch-naiven Ende, das von einer Piratensendung fabuliert, die in das Programm eines der größten Nachrichtennetzwerke Amerikas eingespeist wird und all das zeigt, was das Land sonst nicht zu sehen bekommt: getötete Kinder im Irak oder Netzwerk-Bosse, die von sich selbst sagen, sie hätten schon vor Jahren aufgehört, Journalist zu sein."