Dienstag, 25. März 2008

Rote SMS

Als wir "Generation Blogger" schrieben, kannte ich dieses Buch noch nicht. Trotz meiner Erfahrungen als politische Referentin. Und auch auf meinem spirituellen Lehrweg stand ich noch ganz am Anfang. Natürlich konnte ich damals nicht ahnen, wer mir auf diesem Lehrweg begegnen würde. Auf manche dieser Begegnungen hätte ich liebend gerne verzichtet. So schrieb ich in einem meiner älteren Blogs als letztes, dass Prostitution für mich ein ganz normaler Beruf ist. Nicht mehr. Nicht weniger. Allerdings: "Wen ich zutiefst verachte: Spitzelnde Auftragsnutten. Seien sie nun weiblich oder männlich."


Wer dieses Blog liest, wird einen kurzen Einblick darin erhalten haben, mit welchen Mitteln und Methoden Menschen begegnet wird, die sich für diesen spirituellen Weg entscheiden. Dass eine Bewegung, die sich nicht in esoterische Innerlichkeit verzieht, sondern sich als eine der Gemeinschaft verpflichtete politische Bewegung versteht, heftigen Widerstand hervorruft, das dürfte klar sein. Allerdings bin ich selbst immer wieder erstaunt über die Wahl der Waffen. Da wird provoziert, gefakt, unterwandert, geschauspielert und gedroht, gelogen und getriggert, geschmeichelt. Eingekauft. Da werden Frauen zu feigen Mitläuferinnen, die Honigtöpfe unterhalten und sich auf esoterische Beschäftigungstherapie spezialisieren. Sie führen Häuser mit Kursangeboten, in denen "wir an uns arbeiten wollen". Denn solange wir an uns selbst arbeiten, sind wir gut beschäftigt und kommen nicht auf dumme Gedanken. Solchen zum Beispiel, dass das Private immer noch und erst recht wieder politisch ist. Gedanken, in denen wir die Fehler nicht ständig bei uns selbst suchen, sondern in den Umständen, die es zu ändern gilt. Denn wir sind auch so geworden, weil unsere Umgebung so ist, wie sie ist. Deswegen gilt es dort genau hinzusehen. Und zu wirken. Zu verändern. Nicht nur als Politologin rate ich, bei andauernder Innerlichkeit ab und zu den Blick zu werfen auf Bücher wie: Hundert Jahre Psychotherapie und der Welt geht's immer schlechter.


Ich zitiere Marion Weinstein:


- The Pagan philosophy is: everything is alive and we are all linked. Pagans recognize magic as the earliest form of prayer. Pagans also believed that religion and spirituality are inner (personally) directed, instead of outer (authority) directed.


- Long before the "New Age," before the concepts of self-help, self-realization, before the human potential movement, channeling and affirmations, even before organized religion – there was magic. And there were the tools of magic: divination, words of power, ritual and visualization, to name just a few.


- Magic was taken out of our culture at that time for reasons no more justifiable than the destruction of the rainforests today – which is for the benefit of a handful of very few, very greedy entrepreneurs. So magic was taken out of our culture in the Fourteenth Century to make a very few, very greedy landholders and feudal kings even richer and more powerful.


- We believe that everyone should be able to look into the future and change it - if they choose to.


- The most effective magic is always ethical and safe, and works according to free will and for the good of all.


- Specifically, magic is transformation brought about by the use of specific techniques, accomplished in accordance with natural law. The transformation can take place on a personal, group and/or global level. The use of magic can actually change what seem to be unchangeable circumstances. Magic can look dramatic – like a miracle – or it can be so gradual (as is most often the case) that it seems to be happening without any sort of human participation. The reason that magical transformation most often looks so natural is that true magic is natural.



Aufgrund dieser wenigen Sätzen dürfte klar geworden sein, dass ich aus innerer Überzeugung heraus meine Worte hier wähle. Für meine Sympathien - und Antipathien - werde ich nicht bezahlt. Wer meine Arbeit schätzt, kann sie gerne in Anspruch nehmen. Wer mir einen Auftrag erteilen möchte, kann das tun. Ich entscheide dann, ob dieser Auftrag meiner Überzeugung entspricht, und ich ihn daher annehmen werde. Ich bin nicht über die roten und blauen Farbspiele von Organisationen wie diesen informiert. Es interessiert mich auch nicht. Selbst wenn noch so viel rot in die SMS gerät. Wie gesagt: Niemand anders als ich - und vor allem keine spitzelnden Auftragsnutten - entscheidet darüber, wie meine Überzeugungen sind und für wen ich arbeite. Und das erscheint mir genau an dieser Stelle und an diesem Tag tatsächlich noch einmal erwähnenswert. Nicht jede kriecht unter die kuschelige Decke der Einheit von Muschis und Military-Blogs. Und vielleicht sollte ich noch hinzufügen: republikanischer Medienmacht.