Freitag, 28. März 2008

Fitna

Wilders hat es schwerer: Er ist rechts, gehört also nicht per se ins Lager der Guten. Er provoziert gefährliche Extremisten, diktatorische Regime – das ist mutig und aller Ehren wert. Aber er attackiert eben auch eine Minderheit, die zu den schwächsten Gliedern in den europäischen Gesellschaften gehört. Das ist schäbig. Denn dem Film fehlt es an Empathie mit jenen Menschen, die die ersten und häufigsten Opfer jener faschistisch-religiösen Bewegung sind, vor der Wilders warnt: Muslimen. Die Bilder gepeinigter Frauen in Wilders Werk sind, so der Eindruck, nur Mittel zum Zweck. Nicht eine unbeugsame, pathetische, rücksichtslose Treue zu den Menschenrechten scheint diesen Film anzutreiben, sondern das Kalkül, unverzichtbare Werte für eine Anti-Einwanderungskampagne zu missbrauchen.