Freitag, 28. März 2008

Eingebettet

"Das Haltbarkeitsdatum von Falschmeldungen ist häufig begrenzt – aber diese Begrenzung zeitigt wiederum nur begrenzte Effekte: Bei den Berichten über Babys, die angeblich von Irakern aus kuwaitischen Brutkästen gerissen wurden, als auch beim Hufeisenplan oder bei den angeblichen Uranankäufen und Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein blieben Richtigstellungen zwar nicht aus, aber im öffentlichen Bewusstsein weit weniger gut haften als die ursprünglichen Falschmeldungen.
Mit den Tibet-Berichtigungen verhielt es sich kaum anders: Zwar wurde das Thema nicht nur vom Kaiyuan-Forum, sondern auch von Spiegelfechter und Bildblog aufgegriffen, die Mainstreammedien präsentierten es jedoch deutlich zurückhaltender.

China reagiert auf die Vorgänge in der deutschen Presse offenbar damit, dass es nun auch in Tibet den Grundsatz "Von Amerika lernen, heißt siegen lernen" beherzigt und ganz auf "Embedded Journalism" setzt. Schließlich schafften es damit auch die USA, die Berichterstattung über den Irakkrieg unter Kontrolle zu halten. Zumindest bis Abu Ghuraib."