Samstag, 19. Januar 2008

Hexenjagd im Namen Gottes

In den Folterkellern der Inquisition
ZDF-Doku

Di, 22.01.2008,
22:30 - 23:15 Uhr


"Ein Priester begleitet eine als Hexe verurteilte junge Frau zum Scheiterhaufen. Der Priester ist der Jesuit Friedrich von Spee, der Mann, der mit seiner Schrift Cautio Criminalis 1631 das Ende des Hexenwahns in Europa einleiten wird. Tief erschüttert von dem Miterleben einer schaurigen Hexenverbrennung geht Friedrich von Spee der Geschichte der Inquisition nach, die 200 Jahre vorher mit dem gefürchteten Grossinquisitor Thomas de Torquemada begann. Dabei stösst er auf den berüchtigten Hexenhammer, ein Buch aus dem Jahr 1486, das die Spielregeln der Aufspürung, Verurteilung, Folterung und Verbrennung von Hexen festlegt. Er stösst auf die Einrichtung der kirchlichen Inquisitionsgerichte, die vor allem in Spanien der Reconquista, der Vertreibung der Araber und Juden von der Halbinsel, ihre grausamsten Höhepunkte erreicht. Was in Spanien als Kampf gegen die Ketzerei der Mauren und Juden sowie ihre Sympathisanten beginnt, setzt sich in Frankreich, Deutschland und ganz Europa als Kampf gegen die zauberische Hexenmacht der alten Naturreligionen fort. Überall verbreitet die Inquisition Angst und Schrecken, denn für die Opfer stehen am Ende Folter und Verbrennung. Die Scheiterhaufen der Inquisition breiten sich wie ein Flächenbrand über Europa aus. Nirgendwo aber werden so viele Menschen als Hexer und Hexen verbrannt werden wie in Deutschland. Hier im Stammland der Reformation sieht sich die Römische Kirche wie nirgends sonst bedroht und gefährdet, zumal hier auch keltisch-germanische Glaubensvorstellungen noch durchaus lebendig sind. Der Kampf gegen Hexen und Zauberer ist für die Kirche zugleich der Kampf gegen die geheimnisvolle Magie und auch gegen die alten Heilpraktiken des Volksglaubens. Die Inquisition wird so zum vermeintlich wirksamen Instrument eines Selbsterhaltungskampfes auf Leben und Tod. Als Hexen, Ketzer und Zauberer kann man zugleich auch die Freigeister der Neuzeit vernichten."