Freitag, 13. Juli 2007

Lebe deinen Traum! oder, wie in meinem Falle, schreibe wie im Traum!

Zitat: „Eines weiß ich nun: Ohne die Möglichkeit, einen Stift in die Hand zu nehmen oder meine Finger über die Tastatur schweben zu lassen, explodiere ich. Zu viele Ideen, Geschichten & Personen schreien in meinem Kopf und bitten darum, niedergeschrieben zu werden.“
So steht es, blau auf weiß, in meinem Poesiealbum. Ein kleines, rotes Buch, üppig verziert und mit unzähligen leeren Seiten. Noch leeren Seiten. Nur die ersten sind mit kleinen, wertvollen Buchstaben bekritzelt. Ein „Herzlichen Glückwunsch zu deiner Konfirmation“ mit dem Wunsch, noch viele Bücher zu schreiben (obwohl ich noch kein einziges fertig habe +seufzt+) und mit meinen Geschichten die Menschen glücklich zu machen (vielleicht schaffe ich das ja sogar mal!). Daneben klebt eine Postkarte mit der Aufschrift „Ein Haus ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele.“ Genauso gut hätte dort stehen können „Eine Captain Kitty ohne Geschichten ist eine leere, leblose Captain Kitty.“ Blättert man um, stößt man auf ein Bild von mir und dem Dank an all diejenigen, die „sich in diesem Buch verewigt haben oder hoffentlich noch tun werden.“ Darunter, fein säuberlich mit meinem Lieblingsfüller stehen die oben zitierten Worte.

Mein Traum. Der Traum so vieler. Und doch auch nicht.

Harry Potter und der Stein der Weisen. Nicht nur im Buch, auch im Film taucht dort ein sehr wichtiger Gegenstand auf. Als Harry in der Verbotenen Abteilung der Bücherei (wie gerne ich dort einmal stöbern würde!) nach Nikolas Flamel sucht und von Filch, dem Hausmeister, überrascht wird, verirrt er sich in einen Raum. Einen leeren Raum. Zumindest auf den ersten Blick. Denn dort, in der Mitte dieses „leeren“ Raumes steht ein Spiegel mit Runen verziert, alt. Sehr alt. Als der junge Harry davor tritt, reißt er erschrocken die Augen auf. Zu Recht. Denn dort, hinter ihm, stehen seine Eltern – steht seine gesamte Familie!
Als er völlig aus dem Häuschen zu Ron rennt, diesen weckt und mitschleift, sieht der junge Weasly nicht Harrys Eltern. Er sieht, wie er alle seine Brüder übertrumpft. Nicht nur, dass er Manschaftskapitän von der Quidditchmannschaft ist, er hält auch den Hauspokal in den Händen, ist Schulsprecher und sieht verdammt gut aus.
Keiner der beiden kommt auf die Idee, was es mit diesem sonderbaren Spiegel auf sich hat.
Harry besucht seither jeden Tag – beziehungsweise jede Nacht – den Spiegel, sitzt davor und genießt die Zeit mit seinen Eltern.
Doch eines Nachts steht Dumbledore überraschender Weise hinter ihm.
„Wie viele zuvor hast du die Freuden des Spiegels Nerhegeb erfahren.“
„Ich wusste nicht, dass er so heißt, Sir.“
„Ich bin sicher, du hast mittlerweile erkannt, was er tut?“
Stummes Kopfschütteln von Harry.
„Ah. Dann lass mich dir eine Hilfe geben. Angenommen, der glücklichste Mensch auf Erden stünde vor dem Spiegel, er sähe nur sich selbst, so wie er ist.“
„Dann zeigt er uns, was wir uns wünschen – egal was wir uns wünschen?“
„Ja und nein. Er zeigt uns nicht mehr und nicht weniger als den allergrößten Herzenswunsch. Und du, der du deine Familie nie kennengelernt hast, siehst sie nun an deiner Seite.“

Ich glaube, ich habe Teil I so oft gesehen, dass ich den Dialog ganz realgetreu hinbekommen habe +lach+ So oder mit ähnlichen Worten wird es im Film beschrieben.

Ich habe mich oft gefragt, was ich wohl sehen würde, stünde ich vor dem Spiegel Nerhegeb. Der Wunsch hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Jack Sparrow hätte den Spiegel sicherlich gebraucht. Er suchte schließlich nach seinem größten Wunsch, damit sein sonderbarer Kompass funktioniert. Wie viel leichter wäre es ihm gewesen, hätte er sich mal eben den Spiegel aus Harry Potter I stibitzen können. Aber, mal ehrlich, dann wäre das Drehbuch vom Fluch der Karibik um einiges langweiliger geworden, was? ;-)

Zurück zu mir. Wenn ich in meinen Spiegel sehe, sehe ich ein jugendliches Mädchen. Ich würde meinen, ich sähe ganz in Ordnung aus, nicht abschreckend, aber auch nicht sonderbar. Gut, das viele Schwarz fällt auf. Und mein viel zu kleiner Mund. Aber sonst. (Arya würde jetzt vielleicht noch anmerken, dass ich eine Elfennase habe, aber gut.) Ich habe oft überlegt, welche Hobbys man mir wohl zudichten würde. Wenn man mit mir chatten, finden es die meisten nicht verwunderlich, wenn ich sage, dass ich Romane, Gedichte und Kurzgeschichten schreibe. Aber wenn man mich sieht?
Noch immer ist das Bild der „Streberin“ oder „Brillenschlange“ im Kopf der Leute. Solche, die gerne Lesen dürfen nicht hübsch sein, dürfen nicht selbstbewusst sein und müssen eine Brille tragen. Punkt eins und zwei treffen meiner Ansicht nach auf mich zu (jaja, erzählt wieder etwas über mein mangelndes Selbstbewusstsein^^)
Aber eine Brille trage ich nicht. Schon lange ist nicht mehr jede „Brillenschlange“ leseinteressiert und jeder Hopper ein „Antischreib“-Mensch.
Schreiben kann doch kein Hobby sein!, sagen viele. Oh doch, natürlich. Wenn ich mal meine alten Freundebücher (ja, ich habe dieses Zeugs noch in meinem Schrank rumfliegen – kaum zu glauben^^) durchblättere, hat bestimmt jede Zweite unter Hobbys ein „Musik hören“ hingekritzelt. Das wird als allgemeines Hobby anerkannt. Einfach nur rumsitzen und Musik hören. Dabei hört fast jeder Mensch gerne Musik!
Und wenn man dann auf die kleine, dünne Linie „Schreiben“ kritzelt, kommt die Frage „Hast du auch ’n richtiges Hobby?“

Schreiben. Schreiben muss man lernen. Nicht nur die Buchstaben und die Grammatik, die Rechtschreibung und Zeichensetzung. Auch das Schreiben an sich. Und genau das will ich. Genau auf diesem Weg befinde ich mich. Ich möchte das Schreiben so gut beherrschen, dass ich nur mit Worten eigene Welten schaffen kann.Dass die Personen, die in meinem kopf schreien, endlich Ruhe geben können, weil ihre Geschichten in würdiger Weise für die Nachwelt erhalten sind. Sie müssen nicht mehr darum bitten, niedergeschrieben zu werden.

Warum wird Schreiben nicht als „richtiges“ Hobby anerkannt, investiziert man doch so viel Zeit in das geschriebene Wort?
Ich denke, das liegt daran, dass die Menschen der Ansicht sind, dass Autoren naturbegabt sind, sie müssen keinerlei lernen. Sie können sofort schreiben. Warum sollten die erstklassigen Autoren auch dafür lernen? Sie können es doch. Man sieht es doch an ihren Texten.
Kaum ein Leser weiß wirklich, wie viel Arbeit hinter den Worten steckt. Wie viele Übungen die Autoren gemacht haben, wie viele Schreibblockaden und Selbstzweifel sie durchgemacht haben und wie oft sie nach Hilfe gesucht haben.
Nach Hilfe suche auch ich. Oder, treffender; habe ich gesucht. Denn gefunden habe ich sie schon.




Das Federfeuer - Gnadenlose Textkritik


http://www.federfeuer.de/ ist ein Forum, in dem sich Autoren, egal welchen Alters, anmelden können. Ich selbst habe mir den einfallsreichen Nicknamen Kerstin-Viech gegeben >.<

Die alte, erste Version, die im FF erschienen ist:

Der Blick der Katze schweifte ziellos umher. Das hier sollte also das Dorf sein, hier sollte der Junge wohnen, über den ganz Zirnail sprach. Die Katze schüttelte hilflos den Kopf, sie hatte das Gefühl, dass man sie auf den Arm nahm. Schon oftmals hatte sie miterlebt, wie die kräftigsten und mutigsten Menschen aus kleinen Dörfern kamen, aber… Nein, das war unvorstellbar! Hajid musste sich vertan haben. Sie wollte sich schon abwenden, als ihre grünen Augen einen Jungen, nicht älter als 16 Jahre, über den Hof rennen sah. Er hatte rabenschwarze gelockte Haare, die ihm in die braunen Augen fielen. Trotz der Entfernung sah die Katze ihn, als stünde er vor ihr. Sie senkte den Blick, suchte fieberhaft nach einem Zeichen, welches ihr bedeuten würde, dass dies der Junge war, dessen Schicksal schon seit Jahrhunderten bestimmt war.

Und dann durch Kritik und Überarbeitung verändert:


Der Blick der pechschwarzen Katze schweifte ziellos umher. Er blieb an dem Dorf hängen, welches sich in einiger Entfernung deutlich von dem ansonsten unberührtem Grün der Natur abhob. Rauch stieg aus einem der Schornsteine empor, die Dächer bestanden aus Stroh und ohnehin sahen die Hütten aus, als wären sie eher schlecht als recht gebaut und würde keiner Witterung so richtig standhalten. Insgesamt bestand es aus einem Dutzend Häuser, die ein Oval um den Dorfplatz bildeten.
Das hier sollte also der Ort sein, hier sollte der Junge wohnen, über den ganz Zirnail sprach. Fassungslos schüttelte die Katze den Kopf. Sie hatte das Gefühl, auf den Arm genommen zu werden.
Helena kann doch nicht in einem solchen,…einem solchen Kaff leben! Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen!
Schon oft hatte Bari erlebt, wie die mutigsten Menschen aus kleinen Dörfern kamen, aber doch keine so wichtige Person wie der Junge! Nein, das war unvorstellbar! Hajid musste sich geirrt haben.
Gerade wollte sie sich schon abwenden und den Baum hinunterklettern, als ihre grünen Augen einen Jungen, nicht älter als sechzehn, über den ansonsten verlassenen Hof rennen sahen. Sie hielt in der Bewegung inne und krallte sich aufgeregt an der Rinde fest. Trotz der Entfernung sah die Katze ihn, als stünde er vor ihr, mit seinen tiefschwarzen Locken, die golden glänzten, als er ins Sonnenlicht trat und ihm in die dunklen Augen fielen. Braune Augen, die ihm mit den kleinen, bernsteinfarbenen Sprenkeln einen aufgeweckten, kecken Blick verliehen.


Natürlich muss jeder Autor ein gewisses...nennen wir es mal Talent mitbringen. Aber viel wichtiger ist, was man daraus macht. Viele Leser sind der Ansicht, dass man fürs Schreiben "geboren" sein muss.
Finde ich nicht. Man muss es wollen. Denn wenn man etwas will, dann kann man es auch erreichen. Natürlich werden die Schreibenden, die dieses "Talent" mitbringen, immer ein bisschen weniger Arbeit haben, aber dennoch können sie zu dem gleichen Ergebnis kommen:
einem verdammt guten Roman.

Wo wir auch schon beim nächsten Punkt sind =)
Es gibt nicht nur zahlreiche Autorenforen wie das Federfeuer (oder den (www.)tintenzirkel(.de) ), sondern auch einen Haufen Schreibratgebern, die bitte nicht mit Traumdeutungsbüchern (wie es vor kurzem erst jemand gemacht hat) zu verwechseln sind.
Dort werden Autoren darüber aufgeklärt, wie man plotten (kann), was eine Prämisse ist und wie "man Gott spielt" (lebendige Charaktere erschafft).
Natürlich sind diese Ratgeber nur die Meinung von einem einzelnen Autor, James N. Frey zum Beispiel, dessen "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" mein Regal ziert.

Es gibt unterschiedliche Meinungen über diese Ratgeber. Manche sind dagegen, da sie der Ansicht sind, dass diese "Regeln" einen blockieren. Andere, wie ich, sind dafür, um mehr zu wissen. Es gibt eben unterschiedliche Meinungen. Und das ist, finde ich, auch gut so.
Kein Ratgeber ähnelt dem anderen genau, alle Autoren haben eine andere Meinung über die Dinge. So schätzt Frey beispielsweise die Prämisse sehr hoch, während andere diesen Begriff noch nie gehört haben und trotzdem "verdammt gute Romane" schreiben.

Was ich mit diesem Monsterbeitrag sagen wollte (und ich glaube nicht, dass es mir gelungen ist), ist, dass zum Schreiben mehr gehört als ein paar Worte und Begabung. Man muss es sich erkämpfen und es ist oftmals nicht so leicht. Und es muss einem Spaß machen. Man muss Freude am Experimentieren mit den Worten haben.

Mein Ziel ist es, meinen "Cavien" (oben zitiert) zu Ende zu schreiben. Auch wenn ich noch auf meinem Anfang des 3. Kapitels herumdümpel weiß ich, dass ich es schaffen kann - werde.
Und die Leute, die bereits (vielleicht sogar schon in meinem Alter) einen Roman geschrieben haben, der vielleicht sogar verdammt gut ist, verdienen mehr Anerkennung, als sie erhalten.


Liebe Grüße,
Captain Kitty

Kommentare:

Captain Kitty hat gesagt…

Fertig, fertig, fertig, fertig, fertig, fertig, fertig +lach+

Oh, Himmel, hab ich da einen Schwachsinn geschrieben O_O

Commander Morgaine hat gesagt…

Als erstes streichen wir alle eigenen Abwertungen wie zum Beispiel: "Oh Himmel, habe ich einen Schwachsinn geschrieben." Oder: "Was ich mit diesem Monsterbeitrag sagen wollte (und ich glaube nicht, dass es mir gelungen ist), ist, dass zum Schreiben mehr gehört als ein paar Worte und Begabung."

Dann ist da meine Frage, warum es dir wichtig ist, dass andere Schreiben als Hobby anerkennen. Zum einen gibt es viele viele Menschen, die ahnen oder wissen, wie intensiv, manchmal mühevoll, energiereich, energiezehrend, persönlichkeitsbildend der Prozess des Schreibens und der Entwicklung eines eigenen Schreibstils sein kann. Zum anderen kannst du nicht Jedermanns und Jederfraus Darling sein. Du wirst immer Menschen finden, die das, was du machst, nicht sehen oder nicht sehen können, die es nicht achten, es abwerten. Wichtig ist in diesem Prozess, sich von solchen Menschen, abgrenzen zu können. Und seien sie auch noch so eng in deinen eigenen Kreis mit dir zusammen.

Captain Kitty hat gesagt…

Mir ist schon klar, dass man nicht "Jedermanns Darling" sein kann. Dennoch ärgert es mich einfach, dass so viele da draußen rumlatschen, vielleicht sogar Bücher lesen und denken, dass dahinter nur ein bisschen Zeit steckt! Dass die Autoren nicht überarbeiten müssen (das habe ich bis vor 7 Monaten auch noch gedacht)! Dass, dass, dass...

Captain Maybee (extraterrestial unit) hat gesagt…

Schreib Kitty, schreib...
Du bist ein absoloutes Talent und ich bin schwer beeindruckt von Deinen Fähigkeiten!!! Das ist kein hobby mehr - das ist BERUFUNG! Und ich werde Dich unterstützen, wie ich kann. Du bist sowas von gut!!!!!
Von Herzen Cpt.Maybee - und Deinem Fall nicht Maybee sondern Forsure.. ;-)

Captain Kitty hat gesagt…

Ähm....lol? +lach+
Da bin ich mal gespannt, wie diese Unterstüzung aussieht (+noch immer lach+).
Berufung? cool xDD
(sorry, ich kann grade nicht anders. Aber ich kann noch lange nicht gut schreiben. Meine Dialoge sind vollkommen tot :-( )

Commander Morgaine hat gesagt…

Captain Kitty,

nimm einfach von uns das an, was dir gut tut. Wenn ich also zum Beispiel etwas schreibe, kannst du es ansehen. Und schauen, ob es dir gut tut. Oder eben auch entscheiden, dass es dir nicht gut tut oder nicht zu dir passt.

Eines der Schwerpunkte bei der ISLA ist ein ständiges sensitives Training. Dazu gehört auch die Entwicklung von intuitiven Fähigkeiten.


Morgen ist Arya wieder da. Und dann wird auch die Digicam da sein ... :-) Ich setze dann mal ein Foto des ersten fertigen T-Shirts rein. Mitte nächster Woche sind dann weitere fertig.

Ich plane für Anfang August einen ersten Video- und Funabend der ISLA, denn da ist auch unserer spanisches Mitglied hier. Vielleicht machen wir eine kleine Fete daraus?

Captain Maybee (extraterrestial unit) hat gesagt…

Cpt. Kitty: Unterstützung siehe ISLA Forum.. ;-)
Du kannst sowas von gut schreiben - mach weiter so!