Sonntag, 19. Oktober 2008

Terrorabwehr statt Wirtschaftsbekämpfung

Wie die "New York Times" am Sonntag meldete, hat das Federal Bureau of Investigation (FBI) schon 2004 das erste Mal in Washington vorgesprochen und vor der drohenden Krise am Hypothekenmarkt gewarnt. Das Blatt zitiert mit Chris Swecker einen hochrangigen Beamten des FBI, der damals prophezeite, faule und betrügerische Hypothekendeals könnten sich zu einer "Epidemie" auswachsen, wenn sie nicht bekämpft würden. Aber die Abwehr dieser Gefahr musste zurückgestellt werden - wegen Personalmangel.


Die Ursache dafür: die Terrorattacken vom 11. September 2001. Danach wurden die Prioritäten beim FBI neu verteilt. 1800 Agenten - ein Drittel der gesamten Manpower - wurden von der regulären Verbrechensbekämpfung abgezogen, die Ermittlungen im Namen der nationalen Sicherheit und Terrorabwehr verstärkt. Früheres wie amtierendes FBI-Führungspersonal ist sich laut "New York Times" einig in der Bewertung dieser Umschichtungen: Die Bekämpfung von "white collar crime", also der Wirtschaftskriminalität, habe bei der Bundespolizei damit praktisch brachgelegen.



Anm.: In Deutschland ist das natürlich ganz anders. Wie ich gestern zum Stichwort "Wirtschaftskrimininalität" dem Protokoll aufnehmenden Polizisten - fast - gesagt hätte, dem ich von meinem wenige Stunden vorher liegenden Telefonat berichtete und der Ankündigung, von Düsseldorf aus die Ermittlungen vornehmen zu lassen.

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